Ein Kind zum Genießen

Als ihre beiden Töchter groß wurden, beschlossen Jana und Peter Männig, mit einem Nachzügler-Baby nochmal von vorn anzufangen. Bereut haben sie das nie.

ÖKO TEST, September 2012

An einem freundlichen Herbstmorgen des Jahres 2005 hört Jana Männig im Autoradio ein Lied, das ihrer dritten Tochter das Leben schenken soll. Die junge Historikerin ist auf dem Weg zu Recherchen ins Staatsarchiv am Stadtrand von Leipzig, das MDR-Kulturprogramm spielt ein getragenes Klavierstück, der Mädchenchor Scala singt dazu „Kein zurück!“ von Wolfsheim.
Einer der letzten Verse lautet: „Deine Träume schiebst du endlos vor dir her. Du willst noch leben, irgendwann. Doch wenn nicht heute, wann denn dann? Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.“

Der helle Gesang klingt für Jana wie eine Stimme aus den Tiefen ihrer Seele. Sie fährt rechts ran, notiert sich den Namen des Chores in ihrem Fahrtenbuch und führt am Abend ein entscheidendes Gespräch mit Peter, ihrem Ehemann. Kein Jahr später, in der Nacht zum 23. August 2006 um 4:30 Uhr, wird Lale Naja Amy Layla Männig geboren. Ein Wunschkind. Ein „Genießekind“, sagt Peter heute.