Das O im H2O

23. März 2012

Olaf Schubert, Dresdner Betroffenheitslyriker, sentimentaler Weltverbesserer und
bekennender Wassertrinker, hat ein Faible für regionale Produkte. Besonders bei
Mineralwasser. Das müsse, sagt er, seine Freundin Carola wenigstens nicht so weit
schleppen. Überhaupt sei es wichtig, viel zu trinken, betont der Comedian. “Besonders
Flüssigkeit!” Er selbst trinke täglich drei Liter Wasser zum Frühstück. Und man sehe ja,
dass aus ihm was geworden ist. Das sagt Olaf Schubert natürlich nur, weil er muss.
Denn er ist das neue Gesicht der Ileburger Sachsenquelle. Ab April löst er den betulichen
“ili Biber” ab. Olafs smarte Frisur und der gelbe Rauten-Pullunder werden dann auf
Mineralwasser-Plakaten zu sehen und sein Humor in Radiospots zu erleben sein. Es ist
der erste richtige Werbevertrag des 44-Jährigen mit eigenen Fernsehshows. Andere
Angebote hat er bisher abgelehnt. “Eine Weltpremiere, auch für mich.” Aber warum
gerade die Eilenburger Sachsenquelle? “Es lag schon näher als Bulgarien.” Und warum
ein PR-Job? “Das Pfand spielt natürlich eine Rolle.” Und werden auch die Flaschen
Pullunder tragen? “Ich glaube nicht, dass meine Oma jetzt in Serie produziert.”
Begonnen hat der Spaß vor einem Jahr. Die Führung des Eilenburger Getränke-Brunnens
gab eine Marktforschung in Auftrag. Das Traditionsunternehmen stellte fest, dass die
Sachsenquelle kaum bekannt war. Oder als verstaubt galt. Die Marke sollte ein
spritzigeres Gesicht bekommen – und Olaf Schubert vielleicht auch.
Ein inniges Verhältnis hat er zu dem Getränk: “Ich hab ja schon immer Wasser
getrunken, neben dem vielen Alkohol.” Wasser sei etwas Tolles. “Das gibt’s nur hier auf
der Erde. Man kann es trinken, sich damit waschen oder es einfach wegkippen. Oder es
wird zu Strom gemahlen.”

Ein Schluck aus der Pulle

Ileburger kann einen Schluck aus der Pulle brauchen. 2011 ging der Umsatz von rund 25
Millionen Euro trotz seit 20 Jahren steigender Tendenz leicht zurück, räumte Hartmut
Neufeld, Geschäftsführer des Mutterkonzerns Franken-Brunnen ein. Ileburger füllt rund
180 Millionen Flaschen im Jahr ab, 60 Millionen Liter davon als Sachsenquelle. Die Hälfte
davon sind Mineralwasser, ansonsten Limonaden und Schorlen, sagt Neufeld. Am besten
verkaufen sich die Sorten “Sanft” und “Medium”, die auch Olaf Schubert am liebsten
trinkt. Er sei eher der behäbige Typ, meint er. In sein Wasser komme nur und Stille. Für
das O sei künftig er zuständig.

Olaf-Etikett in der Schublade

Seit mehr als hundert Jahren wird in Eilenburg Mineralwasser abgefüllt. 1991 übernahm
die Franken-Brunnen-Gruppe aus Neustadt an der Aisch das alte VEB Getränkewerk
Eilenburg, investierte in den vergangenen Jahren 20 Millionen Euro. 108 Beschäftigte hat
Ileburger zurzeit – jetzt ist es ein Dresdner Freiberufler mehr. Er werde nun verstärkt zur
Flasche greifen, kündigt der Wortspielphilosoph an. Der Vertrag läuft zunächst zwei
Jahre. Auch ein Olaf-Etikett liegt schon in der Schublade. Seine Wirkung auf das
Getränk, heißt es, werde aber noch erforscht.

Das O im H2O

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