Ein Türöffner in den Arbeitsmarkt

Rund 270 000 Jugendliche unter 25 Jahren sind in Deutschland offiziell arbeitslos, noch mehr junge Leute stecken in staatlichen Übergangssystemen. Einigen öffnet die Initiative „Joblinge“ einen Weg ins Arbeitsleben. Die Erfolgsquote beträgt fast 70 Prozent.

Auch wer ein gutes Auftreten hat, kann manchmal auf die Nase fallen. Rico Mücke hat es erlebt. Der schlaksige junge Mann mit der schwarzen Kleidung und der grünen Strähne im Haar lächelt viel, er ist offen, höflich und aufmerksam. Er hilft lieber einmal mehr als einmal zu wenig. Trotzdem hat der 23-Jährige bereits schwere Krisen hinter sich. Der Realschulabschluss gelang ihm noch gut, doch dann starb sein Opa. Ein tiefer Einschnitt in seinem Leben: „Er war das Oberhaupt der Familie.“ Ricos Alleinerziehende Mutter ist krank und erwerbsunfähig, seine Schwester leidet an Epilepsie. Als einziger Mann im Haus wird der Jugendliche stark gefordert. Zu stark. Er bekommt Depressionen, wird ärztlich behandelt, geht zeitweise in eine Klinik. Seine Noten in der 11. Klasse rauschen in den Keller, er bricht das Gymnasium ab. Ohne Abitur. Mit den miesen Noten bekommt er nirgendwo einen Ausbildungsplatz, auch wenn er zig Bewerbungen schreibt. Er jobbt als Kurierfahrer, liefert Pakete und Pizzen aus, er fährt gerne Auto. Die Zukunft? Eine Sackgasse. Dann schickt ihn ein Berater des Jobcenters zu den „Joblingen“, ein bundesweit aktives, gemeinnütziges Modellprojekt gegen Jugendarbeitslosigkeit.