Ein Heim für Kinder

Der elfjährige Robin* lebt mit seinem Bruder, zwei Mädchen und einer Erzieherin in einem „Familienhaus“. Ein Ort für Normalität zum Wohlfühlen – statt alter Heimklischees.

November 2013

 

Robin ist 3, sein Halbbruder 7, als ihre Mutter zum dritten Mal schwanger wird und die Weichen für ihren Lebensweg dramatisch umstellt: Sie sei, erklärt sie den Behörden, mit einer Betreuung der Kinder schlichtweg überfordert. Ihr Antrag auf Hilfe zur Erziehung in einer betreuten Wohnform für die Jungs wird bewilligt. Es scheint wie der Beginn einer Kinderheimkarriere, die in der Regel erst nach dem 18. Geburtstag enden wird.

 

Aber Robin hat Glück. Nachdem er ein paar Monate in einer modernen, aber großen Einrichtung verbracht hat, taucht Silke Seifert auf. Die Heilpädagogin betreibt ein „Familienhaus“, ein normales kleines Reihenhaus mit Katze und Strandkorb im Garten, gelegen in einer normalen Wohnstraße am Stadtrand von Leipzig. Hier finden eine Handvoll Kinder ein Zuhause – auch ohne deren Eltern, so gut es eben geht.